Ich bin Übersetzerin mit Leib und Seele. (Und Diplom.)

Beim Stöbern auf meiner Website haben Sie sicher bereits einen ersten Eindruck davon gewonnen, welche Leistungen ich anbiete und was Sie von mir erwarten können. Doch möglicherweise fragen Sie sich, mit wem genau Sie es denn hier zu tun haben, und das ist eine absolut legitime Frage, bevor man eine Geschäftsbeziehung beginnt. Aus diesem Grunde möchte ich mich Ihnen gerne näher vorstellen und schon einmal im Vorfeld einige Fragen beantworten, die Sie sich möglicherweise stellen.

Was qualifiziert Sie als Übersetzerin? Warum sollte ich Sie engagieren?

Sprachen waren schon immer mein Steckenpferd, deswegen habe ich mich gleich nach dem Abitur für den Studiengang Übersetzen entschieden. Das ist nicht so selbstverständlich, wie es sich anhören mag. Die Bezeichnung Übersetzer ist nicht geschützt, im Prinzip darf sich also jeder so nennen, ob er nun studiert hat, andere gute Voraussetzungen mitbringt oder nicht. In einer zunehmend globalisierten Welt bedeutet das übrigens leider auch, dass so manche kaum qualifizierten Anbieter aus Schwellenländern oder Regionen, in denen die Lebenshaltungskosten deutlich niedriger sind, auf den Markt drängen und Übersetzungen zum Schnäppchenpreis anbieten, die qualitativ oft indiskutabel sind. Aus Sicht der Kunden sind wir aber zunächst einmal alle Übersetzer. Da habe ich manchmal fast das Gefühl, ich gehöre zu einer aussterbenden Gattung, als Übersetzerin mit Leib und Seele und Diplom.

Bevor ich mich 2008 schließlich selbständig gemacht habe, war ich nach dem Diplom zunächst als Angestellte in einem Übersetzungsbüro in Berlin tätig und konnte dort viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Dort habe ich dort nicht nur Texte übersetzt, sondern auch in der Auftragsabwicklung mitgearbeitet, Kunden beraten, Projekte kalkuliert, passende Übersetzer gesucht und Qualitätsmaßnahmen durchgeführt. Daher kenne ich beide Perspektiven ‒ die des Kunden und die des Übersetzers. Ich weiß also, wie Sie sich als Kunde fühlen. Am Anfang stehen ‒ und das ist für alle Beteiligten gleich ‒ immer ein Text, ein Budget und ein Zeitrahmen. Und auf Kundenseite die Erwartung, mit der Beauftragung einer Dienstleistung, die man selbst nicht durchführen kann, das Projekt in guten Händen zu wissen und einen optimal formulierten Zieltext zu erhalten. Manchmal muss es schnell gehen. Und manchmal muss es günstig sein. Aber immerhin sind da ja Profis am Werk, da kann nicht viel schiefgehen. Oder? Zunächst einmal hilft es, sich klarzumachen, dass Übersetzer keine Maschinen sind (und wer die Erfahrung mit den besagten Maschinen einmal gemacht hat, greift meist gern wieder auf den menschlichen Übersetzer zurück). Schnell, günstig und gut ‒ davon sind nur zwei auf einmal machbar. Ein Übersetzer braucht Zeit, um kreativ zu sein oder sich in ein neues Thema einzuarbeiten, sich in Ihren Betrieb einzudenken, oft hat er Rückfragen, weil er als Externer vieles, das Ihnen selbstverständlich erscheint, nicht wissen kann. Eine Präsentation zielgruppengerecht zu formulieren, ohne den Firmenjargon zu kennen, ist beispielsweise kaum möglich. Hintergrundinformationen zum Projekt sind das A und O. So manches Mal hat man auch mit einem Ausgangstext zu kämpfen, der von Nichtmuttersprachlern oder sehr technisch orientierten Personen verfasst wurde und unklare Formulierungen enthält. Oft gibt es dadurch einigen Klärungsbedarf, bevor es mit der eigentlichen Übersetzung losgehen kann. (Gutes) Übersetzen ist ein Handwerk. Der Fliesenleger kann schließlich auch nicht loslegen, bevor er nicht weiß, welche Fliesen Sie an der Wand und/oder am Boden haben möchten, wie breit die Fugen sein sollen, welche Farbe die Fugenmasse haben soll, wie hoch er an der Wand fliesen soll, etc. Das heißt, er kann natürlich schon, aber das Ergebnis fällt dann möglicherweise ganz anders aus, als Sie sich das vorgestellt hatten. So ist es mit dem Übersetzen auch. Das Geheimnis ist eine gute Kommunikation vor und während des Projekts. Dann kann auch nichts mehr schiefgehen.

Warum übersetzen Sie nur ins Deutsche und nicht auch ins Englische und Französische? Haben Sie das nicht studiert?

In der Tat begegnet mir diese Frage häufiger. Es hat einen ganz einfachen Grund. So nah mir meine heißgeliebten Fremdsprachen auch sein mögen, ich lebe, arbeite, denke und träume in Deutschland. In meinem direkten Umfeld kann ich die Sprachen nur passiv (Literatur, Filme, Zeitungen, Nachrichten, Radio) pflegen, aber habe zu selten Gelegenheit, sie aktiv zu sprechen. Damit verliere ich zwar meine Sprachkompetenz nicht, bekomme aber aktuelle Sprachentwicklungen (Sprache lebt!) nicht so mit, als wenn ich im jeweiligen Land leben würde. Die Leichtigkeit in der Formulierung, das ungezwungene Spiel mit den Wörtern, das erkenne, bewundere und genieße ich zwar auch im Französischen und Englischen – anwenden kann ich es nur in meiner Muttersprache, auf Deutsch. Versuchen Sie einmal, in einer Fremdsprache witzig zu sein, dann ahnen Sie vielleicht, was ich meine. Und ganz alleine bin ich damit nicht, in der Übersetzerwelt hat sich dafür sogar ein eigener Fachbegriff etabliert, das sogenannte Muttersprachprinzip.
Übrigens mussten wir selbst im Studium nur in der Erstfachsprache – in meinem Fall Französisch – in beide Richtungen übersetzen, also auch von der Mutter- in die Fremdsprache. Unsere Dozenten waren glücklicherweise recht gnädig mit uns, aber im Grunde haben mich schon diese ersten Erfahrungen damals darin bestätigt, dass das Übersetzen in die Fremdsprache nicht mein Weg sein wird.